Ein hormonelles Ungleichgewicht kann Gesundheit und Wohlbefinden empfindlich stören. Dabei leiden nicht nur Frauen jenseits der 40 an Schlafstörungen, Schweißausbrüchen, Erschöpfung und Nervosität. Auch Männer in mittlerem Lebensalter sind davon betroffen. Bis vor einigen Jahren waren bei der Behandlung von Progesteron- oder DHEA-Mangel synthetische Hormone das Mittel der Wahl. Doch künstlich hergestellte Hormonersatzpräparate sind ihrerseits nicht unbedenklich. Je länger die Behandlung dauert, desto höher ist das beispielsweise das Risiko von Frauen, an Brustkrebs zu erkranken.

Was sind körperidentische Hormone?

Keine gravierenden Spätfolgen sollen hingegen bioidentische Hormone haben. Als Grundlage dienen Pflanzen wie die Yamswurzel. Sie enthält Stoffe, die den menschlichen Hormonen entfernt ähneln. Im Labor werden diese so manipuliert, dass sie exakt der Struktur körpereigener Hormone entsprechen, sodass der menschliche Körper sie genauso verarbeiten kann wie die Botenstoffe, die er selbst produziert. Ärzte sprechen daher auch von körper- oder naturidentischen Hormonen. Sie sind nicht zu verwechseln mit den sogenannten Phytohormonen auf Basis von Soja oder Rotklee, die als Nahrungsergänzungspräparate verkauft werden.

Anwendung, Ansprechpartner und Nebenwirkungen

Bioidentische Hormone sind wie alle Hormonzubereitungen in Deutschland verschreibungspflichtig. Ansprechpartner sind Gynäkologen, Fachärzte für Urologie und Andrologie und endokrinologische Praxen. Weit verbreitet ist die Anwendung als Creme oder Gel, das der Betroffene auf Haut oder Schleimhaut aufträgt. Ganz frei von Nebenwirkungen sind auch die naturidentischen Botenstoffe nicht. Manche Anwender berichten beispielsweise von Verdauungsbeschwerden. Insgesamt gelten sie jedoch als verträglicher als ihre synthetischen Verwandten aus der klassischen Hormonersatztherapie.

Bild: bigstockphoto.com / Gustavo Frazao