Bedingt durch die Tatsache, dass die Ressourcen an Erdöl und Erdgas in absehbarer Zeit zur Neige gehen werden, hat bei Wirtschaft und Politik ein Umdenken eingesetzt. Nachdem nach den Störfällen der Vergangenheit und vor allem der Katastrophe in Fukushima die Risiken einer Energiegewinnung aus Atomkraft als nicht beherrschbar erkannt wurden, sind die erneuerbaren Energien als beste Möglichkeit anerkannt. Immer mehr Stromversorger gehen dazu über, nachhaltige Energielieferanten für die Produktion von Ökostrom zu verwenden.

Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser und Erdwärme

Zu den nachhaltigen Energielieferanten gehören der Wind, die Sonne, das Wasser und die Erdwärme. Alle diese Quellen liefern Energie, ohne dass die Rohstoffe versiegen können. Wind, Sonne und Wasser stehen unbegrenzt zur Verfügung, lediglich saisonale Schwankungen sorgen für ein Ungleichgewicht. So scheint die Sonne nur tagsüber, während der Wind immer mal wieder eine Pause einlegt. Im Süden scheint die Sonne häufiger und intensiver, dafür weht im Norden Deutschlands ein beständiger Wind. Wasser steht in Flüssen und dem Meer zur Verfügung, auch hier nimmt der Vorrat nicht ab, sondern wird durch Regenfälle und Gletscherschmelzungen immer wieder aufgefüllt. Die Nutzung der Erdwärme ist noch nicht so weit fortgeschritten, ihr Nutzen für die Produktion von Ökostrom ist jedoch unbestritten.

Speicherkapazitäten fehlen

Stromgewinnung aus den nachhaltigen Energiequellen, die auch mit den Begriffen „erneuerbare Energie“ oder „regenerative Energie“ bezeichnet werden, ist die Energieversorgung der Zukunft. Um eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, müssen allerdings noch einige Probleme bewältigt werden. Vor allem fehlt es an Speicherkapazitäten. Bei starkem Wind werden die Kapazitäten häufig überschritten, sodass ganze Windparks abgeschaltet werden müssen, um keine Überlastung des Stromnetzes zu riskieren. Da die Sonne nur tagsüber scheint, ist eine Speicherung für die Nacht notwendig. Auch hierfür müssen die Kapazitäten ausgeweitet werden.

Ausbau des Leitungsnetzes erforderlich

Ein weiteres Problem stellt das Stromnetz dar. Um eine gleichmäßige Versorgung mit Ökostrom im Norden und im Süden zu ermöglichen, müssen die Leitungen von Norddeutschland bis Süddeutschland so ausgebaut werden, dass auch hohe Strommengen weitergeleitet werden können. So kann Ökostrom nachts, wenn im Süden keine Produktion durch die Sonne möglich ist, dorthin geleitet werden, wo er benötigt wird. Erst wenn die Probleme der Speicherung und der Netzkapazität behoben sein werden, wird es möglich sein, Ökostrom in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.

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